Fast 50 Kilo Suchtgift verkauft: Vier Jahre Haft für Salzburger
Fast 50 Kilo Suchtgift verkauft: Vier Jahre Haft für Salzburger
Ein 24-jähriger Einheimischer versorgte seine Abnehmer jahrelang vor allem mit Cannabis, aber auch mit Kokain und Speed. Vor Gericht gab er sich reuig.
SALZBURG. Mehr als fünf Jahre hindurch hatte ein 24-jähriger, zuletzt arbeitsloser Salzburger mit Drogen gedealt. Am Dienstag am Landesgericht Salzburg wurde er nun wegen gewinnbringenden Verkaufs von nicht weniger als 46 Kilo Cannabis, 700 Gramm Kokain und 2,1 Kilo Speed schuldig erkannt. Das bereits rechtskräftige Urteil: Vier Jahre unbedingte Haft.
"Ich bereue sehr, was ich da über so lange Zeit getan habe. Ich möchte nach der Haft mein Leben wieder auf die Reihe kriegen. Ich verabschiede mich von diesen Verbrechen. Wirklich." - Reumütig geständig zeigte sich am Dienstag vor einem Salzburger Schöffensenat ein 24-jähriger Einheimischer, dem Staatsanwältin Elena Haslinger im Hauptvorwurf Suchtgifthandel in großem Stil anlastete: "Der Angeklagte hat vor der Polizei und auch vor der Haftrichterin mehrfach angegeben, dass er zwischen Jänner 2018 und Mai 2023 in der Stadt Salzburg insgesamt 53 Kilo Cannabis gewinnbringend verkauft hat. Und zudem auch noch 700 Gramm Kokain und gut 2,1 Kilo Speed", so die Staatsanwältin. Weiters warf sie dem ein Mal einschlägig vorbestraften Angeklagten vor, selbst auch immerhin 1,6 Kilo Cannabiskraut erzeugt zu haben.
Gewerbsmäßig gedealt - und auch selbst Cannabis angebaut
Bemerkenswert und sehr erstaunlich - auch nach den Worten der Staatsanwältin: Die Anklageschrift basiert ausschließlich auf den Mengenangaben des 24-Jährigen: "Er hat damals eine Art Lebensbeichte abgelegt." Dieses ungewöhnlich umfassende Geständnis werde dem Angeklagten sicherlich als ein erheblicher Milderungsgrund zuzurechnen sein, so Haslinger - auch wenn die Drogenmenge, die der junge Mann verdealt habe, enorm groß sei: im konkreten Fall liegt der Strafrahmen bei einem Jahr bis zu 15 Jahren Haft.
Ebenfalls bemerkenswert: Die Bank des 24-Jährigen, der eine Lehre abgebrochen hatte und in der Folge wiederholt arbeitslos war, hatte nicht lange vor dessen Festnahme eine Verdachtsmeldung an die Geldwäschestelle des Bundeskriminalamts geschickt, weil der Angeklagte binnen relativ kurzer Zeit 18.000 Euro in bar auf sein Konto eingezahlt hatte.
Strafdrohung im konkreten Fall: ein Jahr bis zu 15 Jahre Haft
Rechtsanwältin Sabina Moser, die Verteidigerin des 24-Jährigen, betonte, dass ihr Mandant eine sehr schwere Kindheit mit massiven Gewalterfahrungen gehabt habe: "Er ist bald in die Drogen geflüchtet, als 16-Jähriger war er bereits abhängig. Und er hat dann jahrelang Cannabis bzw. Marihuana sowie Koks genommen. Erst jetzt hat er sich wieder gefangen." Ihr Mandant, so Moser, habe aber auch "eine soziale Ader. In der Justizanstalt, wo er einsitzt, hilft er etwa älteren, gehbehinderten Insassen".
Im Prozess ruderte der Angeklagte bezüglich der ihm angelasteten Mengen dann aber etwas zurück - vor allem das Cannabis betreffend habe er "doch bedeutend weniger verkauft". Der Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Verena Wegleiter sprach den Angeklagten schließlich wegen Verkaufs von knapp 46 Kilo Marihuana sowie 700 Gramm Kokain und 2,1 Kilo Speed an mehrere bekannte sowie etliche unbekannt gebliebene Abnehmer schuldig. Das - bereits rechtskräftige - Urteil: Vier Jahre unbedingte Haft.
Quelle: sn.at
Bild: pexels.com